Liebster Farin,
wir waren in einer dieser Vorpremieren des neuen Josef Hader-Films, in Der Knochenmann. Das ist die dritte Verfilmung eines Wolf Haas-Brenner-Romans . Davor hat es schon Komm, süßer Tod und Silentium gegeben. Komm, süßer Tod ist unser Lieblingsfilm von den dreien. Und Silentium! war unser Lieblingsbuch von den fünf Romanen. Unser liebster Haas-Roman ist allerdings Ausgebremst. Der ist aber ohne den Brenner. Die Filme haben nicht mehr so viel mit den Romanen gemein, aber das ist nicht so schlimm, weil die Geschichten oft eh nicht sooo gut sind. Trotzdem lohnt es sich, die Brenner-Romane zu lesen, weil der Erzähler so wunderbar ist. Hier haben wir eine Leseprobe aus dem letzten Brenner-Roman, Das ewige Leben verlinkt.
Aber zurück zum Knochenmann.
Wie hat uns der Film nun gefallen? Lange Zeit haben wir uns sehr amüsiert. Wir haben Spaß gehabt, wir haben uns am trockenen Humor verschluckt, wir haben aber auch eine Menge Ekel verspürt und etwas schockiert waren wir auch. Dann ist uns aufgefallen, daß die Zeit schon etwas sehr lang wird. Und bis dahin hatte der Berti (Simon Schwarz) noch überhaupt keine wichtige Rolle gespielt. Dabei war der Berti doch fast unsere Lieblingsfigur aus den ersten beiden Verfilmungen. Und in diesem neuen Film kommt der Berti viel zu kurz. Aber noch schlimmer ist, daß er dann ein kleines bißchen für eine Skurrilität mißbraucht wird. Eigentlich finden wir das okay, nur den letzten Rest hätte es nicht gebraucht…
Trotzdem blicken wir nicht negativ auf den Film zurück. Wie könnten wir auch? Er war toll gespielt. Von allen. Josef Bierbichler hat dann und wann sehr große Beklemmungen bei uns ausgelöst. Und besonders gefreut haben wir uns, Pia Hierzegger wiederzusehen. Die hatte es uns in Slumming schon sehr angetan. Oh, und fast hätten wir es vergessen, Josef Hader hat Koteletten getragen. Was wollen wir mehr?
Die Handlung, ach ja, willst Du ein bißchen von der Handlung hören, Farin? Der ehemalige Polizist und ehemalige Privatdetektiv und ehemalige Sanitäter Brenner arbeitet jetzt als Eintreiber für Bertis Inkassounternehmen. Ein Auftrag führt den Brenner an einen schrecklichen Ort: eine Wirtschaft unter einer Autobahnbrücke. Dort soll er einem Horvath die dritte Mahnung für dessen zitronengelben VW-Beatle zustellen. Das Auto findet der Brenner sofort, aber den Horvath nicht. Den gibt es nämlich angeblich auch gar nicht. Das sagen zumindest alle Angestellten der Wirtschaft, einschl. dem Wirt. Und weil es nicht reicht, daß alle sehr unfreundlich zum Brenner sind, verschwindet dann auch noch das Auto und alle tun so, als hätte es den zitronengelben Beatle nie gegeben. Der Brenner wird natürlich neugierig. Dazu kommt, daß der Juniorchef des Wirtshauses den Brenner engagieren will, damit er herausfindet, wofür der Seniorchef schon 130.000 EUR ausgeben hat. Eigentlich will der Brenner von all dem nichts wissen, aber dann trifft er auf die Frau, die für die Backhendl zuständig ist und verliert sein Herz an sie…
Wir hatten uns so sehr auf Simon Schwarz gefreut, daß wir eigentlich sehr enttäuscht sein müßten, daß er nicht so oft vorgekommen ist. Aber man hat uns ein Zuckerl hingeworfen, das uns besänftigt hat. Das Zuckerl heißt Christoph Luser und ist von uns sofort ins Herz geschlossen worden.
Im Film hat der Christoph Luser schon ein bißchen irr gewirkt. Aber das ist okay, das mögen wir. Wir denken darüber nach, nach langer Zeit das erste Mal wieder in die Kammerspiele zu gehen, um ihn spielen zu sehen.
Marta Luser, wir mögen, wie das klingt. Luser, das ist einer der Namen, die das Leben ein kleines bißchen schöner machen, finden wir. Wir wollten ja auch mal kurz Richy Tabor heiraten, weil wir dachten, Tabor hieße das Medikament, das Sedativum. Dann haben wir aber einen Schock erleben müssen, denn das Medikament heißt Tavor und der coolste Name der Welt war dahin. Jetzt haben wir aber einen neuen Namen. Luser. There’s nothing wrong with being a loser, it just depends on how good you are at it.
Deine marta
NACHTRAG: Ach, weil ich ihn mag.

