Lieber Farin…











Liebster Kapitän Peroxid,

Du wirst Dich erinnern, nur vor kurzer Zeit habe ich Dir von meiner übersinnlichen Begabung erzählt. Wahrscheinlich hast Du geglaubt, ich übertreibe, gebe Zufällen zu viel Bedeutung. Keine Angst, ich nehme Dir das nicht übel. Ich weiß, es ist schwer, sich vorzustellen, daß ein einfaches, bescheidenes Mädchen wie ich diese große Gabe haben soll, aber es ist nun mal so.

Du wirst Dich vielleicht auch an einen Traum erinnern, von dem ich irgendwann berichtet habe. Darin hatte die wunderbare Winona Ryder ein Kind mit dem fürchterlichen und vollkommen überbewerteten Woody Allen (auch wenn ich einige seiner Filme sehr schätze). Stranger Traum. Was wollte mir mein Unbewußtes sagen? Bis heute wußte ich es nicht. Dann kam der heutige Tag und das erste Mal seit langer Zeit lese ich etwas über Woody Allen. Einfach so. Aus heiterem Himmel. Das war es, verstehst Du? Der Traum hat mich auf den heutigen Tag vorbereitet!! Es war die ganze Zeit direkt vor meiner Nase, nur konnte ich es bis jetzt nicht sehen. Aber jetzt. I can see clearly now the rain is gone… the rain of Nichtverstehen.

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In dem Guardian-Artikel geht es um Woody Allen und seine Klage gegen American Apparel.

American Apparel ist diese Ladenkette, die seit einiger Zeit auch in Deutschland ihre Sachen vertreibt und der ich ein ganz kleines bißchen verfallen bin. Nicht, daß sie jetzt extrem viele gute Schnitte hätten (die meisten sind sogar wirklich häßlich) oder meine Vorliebe für dezente Farben teilen würden (Sonnenbrillen schützen beim Betreten des Geschäfts), aber wenn man mal ein Teil findet, daß einem gefällt, kann man es wenigstens in vielen verschiedenen (auch dunklen) Farben kaufen.

Ein Hurra an dieser Stelle.

Sonst könnte man American Apparel auch für seine Geschäftsideologie loben, für die Tatsache, daß den Arbeitern Gesundheitsvorsorge zukommt und die Firma ein Umweltprogramm ins Leben gerufen hat. Aber darum geht es jetzt nicht. Wo American Apparel aber definitiv daneben greift, ist die Werbung. Wie zum Beispiel, als American Apparel ein Bild von Woody Allen verwendet hat, ohne seine Zustimmung einzuholen.

Allen has launched a $10m (£6.7m) lawsuit against American Apparel for the use his images in an advertising campaign, including one from 1977 film Annie Hall of Allen dressed as a Hasidic Jew with a long beard and black hat, without his permission.

The veteran director, who does not endorse products in the US, has branded the clothing firm’s campaigns “sleazy”, “adolescent” and “infantile”. His lawyers say Allen is one of the greats of US cinema, alongside the likes of Clint Eastwood and Frank Sinatra, and that the use of his image falsely implied he endorsed American Apparel’s “low-end” products and damaged his reputation.

American Apparel hält nun ganz frech dagegen, daß es überhaupt nicht mehr möglich ist, das Ansehen Woody Allens zu schädigen, da er seit dem Stieftochterfiasko überhaupt kein Ansehen mehr genießt.

[...] American Apparel’s lawyers are attempting to turn the tables by claiming Allen ruined his own reputation by having an affair with his stepdaughter, Soon-Yi Previn.

The firm’s lawyers are targeting the torrent of negative publicity that surrounded the revelation in 1992 of Allen’s affair with Soon-Yi, his then-partner Mia Farrow’s adopted daughter. The affair led to the messy and very public break-up of his relationship with Farrow.

Oh, es ist nicht nett, so etwas nach all den Jahren wieder auf den Tisch zu bringen. Immerhin ist er immer noch mit dieser Frau, die er als kleines Kind gebadet hat verheiratet und das wohl auch glücklich.

Nein, nein, es ist falsch falsch falsch. American Apparel sollte sich was schämen.

Selbst American Apparel muß doch zugeben, daß sich eine Sache seit seiner Heirat mit dem Mädchen, das er großgezogen hat, zum Besseren gewendet hat: Woody Allen verzichtet in der Zwischenzeit darauf, die männliche Hauptrolle und damit auch den großen Liebhaber zu spielen. Gott sei Dank! Wie viel schlimmer wäre Matchpoint gewesen, wenn er selbst den aufstrebenden Tennislehrer gespielt hätte?!

Das wäre aber übrigens der Punkt, an dem ich Woody Allen das Ansehen der Weltbevölkerung absprechen würde. Seine Filme sind über die Jahre so schlecht geworden, daß sie nicht mehr zu ertragen sind. Radio Days are gone, Baby! Für Matchpoint allein gehört Woody Allen auf die Straße gejagt und geteert und gefedert.

Gott, war der Film schlecht.

Wo war ich? Ach ja, ICH HABE DAS ZWEITE GESICHT!

marta

P.S.: Ich bin mir übrigens sehr wohl bewußt, daß American Apparel nicht so harmlos ist, wie ich es gerne hätte.

Dov Charney, founder and chief executive of casual fashion giant American Apparel, acknowledges that he has appeared in his underwear many times in front of male and female employees.

And yes, on a few occasions during work meetings, he donned a skimpy garment that barely covered his genitals.

But those events, he said, have to be understood in the context of the fashion industry.

As early as next week, Charney may find out how his explanations play in court, when trial starts in a lawsuit brought by a former employee alleging sexual harassment and wrongful termination.

The case is the fourth against him alleging sexual harassment. One was dismissed. Two others were combined and settled. He has denied the charges in all of them.

Charney’s eccentric behavior in and out of the workplace has become legendary. Most notably, he masturbated in front of a magazine reporter interviewing him in 2004.

The case about to go to trial was brought by former sales employee Mary Nelson, who contends that Charney, 38, created “a hostile work environment” by using sexually explicit language and behaving in sexually inappropriate ways. During several meetings with her — including one at his home — he was dressed only in his underwear, the suit alleges. On another occasion, according to the suit, he appeared in a skimpier garment.

(The Los Angeles Times and other media outlets have been subpoenaed by Nelson’s attorneys, who are seeking access to unpublished material. The media organizations are fighting the subpoenas.)

Nelson, 36, who worked for American Apparel for a little more than a year, claims Charney also referred to women as “whores” and “sluts” and invited her to masturbate in front of him. Nelson’s suit alleges she was fired the day she consulted a lawyer.

The company contends that there was no harassment. Rather, “American Apparel is a sexually charged workplace where employees of both genders deal with sexual conduct, speech and images as part of their jobs,” Charney’s lawyers said in court documents.

Indeed, sexually suggestive marketing is part of what has propelled American Apparel’s rapid growth in the T-shirt and cotton fashion market.

The provocative photos Charney shoots of young men and women wearing American Apparel clothing are featured in the company’s ads and on its website.

(http://articles.latimes.com/2008/jan/17/local/me-charney17)



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